Trigeminusneuralgie

Das typische Symptom einer Trigeminusneuralgie sind blitzartig einschießende, extrem starke Schmerzattacken im Gesicht. Meist dauern diese nur wenige Sekunden. Zwischen den einzelnen Schmerzschüben liegen beschwerdefreie Intervalle. Schon kleinste Berührungen oder Bewegungen im Gesicht können eine solche Schmerzattacke auslösen. Oft treten sie aber auch spontan auf.

Die Ursache des Schmerzes ist eine Reizung des fünften Hirnnervs (Nervus trigeminus), der sich in drei Hauptäste mit verschiedenen Versorgungsgebieten im Gesicht verzweigt.

Bei der klassischen Trigeminusneuralgie beschränkt sich die Schmerzattacke fast immer auf eine Gesichtshälfte. Überwiegend ist das Gebiet des zweiten und dritten Trigeminusastes (Wangen und Unterkieferregion) betroffen. Die klassische Form tritt selten vor dem 40. Lebensjahr auf und wird mit zunehmendem Lebensalter häufiger. Ihr Auslöser ist in der Regel ein krankhafter Kontakt zwischen dem Trigeminusnerv und einem Blutgefäß (Nerv-Blutgefäß-Kontakt), der zu segmentalen Schädigungen der Nervenscheide (Demyelinisierungen) am Trigeminusnerv führt. [1]

Die symptomatische Trigeminusneuralgie als Begleiterscheinung einer Grunderkrankung dagegen tritt auch bei jüngeren Menschen auf, ist öfter beidseitig und betrifft auch häufiger den ersten Trigeminusast (Stirn). Zwischen den Schmerzattacken bleibt nicht selten ein dumpfer Schmerz bestehen. Als Ursache kommen Erkrankungen wie Multiple Sklerose und verschiedene Tumoren oder Gefäßerkrankungen infrage.

Diagnose

Der Neurologe erfasst zunächst Art, Dauer, Verteilung und Häufigkeit der anfallsartig auftretenden, starken Gesichtsschmerzen und führt weitere neurologische Untersuchungen durch, um die Art des Kopf- beziehungsweise Gesichtsschmerzes zu beurteilen. Mit weiteren Untersuchungen schließt er Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Tumoren aus.

Therapiemöglichkeiten

Als vorbeugende Behandlung zur Verhinderung von Schmerzschüben erhält der Patient eine medikamentöse Therapie. Wirkt die individuell angepasste Dosierung nicht ausreichend oder ist sie mit zu starken Nebenwirkungen verbunden, ist auch ein operativer Eingriff möglich. Infrage kommen dabei folgende Verfahren:

  1. Perkutane Verfahren im oder am Ganglion Gasseri
    Drei verschiedene Techniken sind gebräuchlich:
    - Temperaturgesteuerte Koagulation
    - Glyzerinrhizolyse
    - Ballonkompression
  2. Mikrovaskuläre Dekompression des Trigeminusnervs (in Intubationsnarkose)
  3. Radiochirurgische Behandlung

Wenn eine Operation in Intubationsnarkose und in der Nähe des Hirnstamms ein zu hohes Risiko für den Patienten darstellt, bestehen laut der Leitlinie "Trigeminusneuralgie" die besten Erfahrungen mit der Thermokoagulation [1] Diese kann mit der sfm-Radiofrequenz-/Thermoläsionskanüle durchgeführt werden. Dieses Verfahren ist differenziert steuerbar und zeigt eine gute Wirksamkeit. Die frühe Erfolgsrate liegt bei mehr als 90 Prozent. Bei etwa 50 Prozent hält dieser Erfolg auch nach fünf Jahren noch an. Auch bei Multiple-Sklerose-Patienten wird das perkutane Thermokoagulationsverfahren mit Erfolg eingesetzt.

Der perkutane Zugang erfolgt in intravenöser Kurznarkose unter Durchleuchtungskontrolle über das Foramen ovale, eine Öffnung im Keilbein des Schädels. Durch die sfm-Radiofrequenz-/Thermoläsionskanüle wird eine Radiofrequenzsonde zur temperaturgesteuerten Ausschaltung des N. trigeminus eingeführt (60–70 °C für 60–70 Sekunden).

Vorteile der Thermokoagulation bei Trigeminusneuralgie mit der sfm Radiofrequenz-/Thermoläsionskanüle

  • Längste und beste Erfahrungen mit der Thermokoagulation bei Patienten, für die eine Operation in Intubationsnarkose und in der Nähe des Hirnstamms ein zu hohes Risiko darstellt [1]
  • Differenziert steuerbar [1]
  • Frühe Erfolgsrate von mehr als 90 Prozent [1]
  • Geringe Einstichkräfte dank optimaler Schliffgeometrie und einem glatten Übergang zum beschichteten Kanülenbereich
  • Minimierung von Schmerzempfinden und posttraumatischer Belastung durch den glatten Übergang zur Kanülenbeschichtung
  • Bestmögliche Navigation zur zielgerichteten Koagulation wegen des Designs und der Realisierung des Kanülenhalters
  • Optimale Anpassung des Koagulationsfeldes wegen der Vielzahl möglicher Ausführungsvarianten
  • Behandlung mehrfach wiederholbar

Quellen: 

  1. Trigeminusneuralgie. Aus: Hans-Christoph Diener, Christian Weimar (Hrsg.) Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Thieme Verlag, Stuttgart, September 2012
    http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-016l_S1_Trigeminusneuralgie_2012_1.pdf

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